Lotter


Lotter
Lọtter,
 
1) Hieronymus, Kaufherr und Baumeister, * Nürnberg um 1497/98, ✝ Geyer 22. 7. 1580; kam 1522 aus Nürnberg nach Leipzig, war hier als Ratsherr (1549-75), Leiter des Bauamtes und Bürgermeister (1555-73 achtmal) verantwortlich für die Errichtung öffentlicher Bauten, die unter seiner Mitwirkung entstanden: u. a. Moritzbastei (1551-53), Alte Waage (1555) und Renaissance-Umbau des Alten Rathauses (ab 1556); betrieb (ab 1568) als landesherrlicher Baumeister den Neubau von Schloss Augustusburg bei Chemnitz (1567-72); Bergwerkseigner in Geyer.
 
 2) Melchior, der Ältere, Buchdrucker und Verleger, * Aue vor 1470, ✝ Leipzig 1. 2. 1549; seit 1495 als Drucker in Leipzig nachweisbar, wurde um 1490 Schwiegersohn des Druckers K. Kachelofen, dessen Offizin er übernahm. 1517 druckte er M. Luthers Thesen; 1519 gründete er in Wittenberg eine Filialfirma, die bis 1524 für Luther und P. Melanchthon tätig war; wegen aufgekommener Konkurrenz wurde sie um 1529 nach Magdeburg verlegt.
 
 
J. Benzing: Die Buchdrucker des 16. u. 17. Jh. im dt. Sprachgebiet (21982).
 

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Lọt|ter, der; -s, - [zu mhd. lot(t)er, ahd. lotar = locker, schlaff; nichtig; leichtfertig, verw. mit ↑liederlich] (veraltet): Lotterbube.

Universal-Lexikon. 2012.

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